Viele Geräte bieten Einstellmöglichkeiten, mit denen du Messungen anpassen kannst. Typische Optionen sind Emissionsgrad, um Materialien korrekt zu bewerten. Abstand-zu-Punkt, damit das Messfeld zur Zielgröße passt. Einheiten für Grad Celsius oder Fahrenheit. Mittelungsmodus, um schwankende Werte zu glätten. Alarm, um Grenzwerte sofort zu erkennen. Einige Thermometer haben auch Laserzeiger oder eine Umgebungsreflexions-Kompensation.
In diesem Artikel zeige ich dir, wann welche Einstellung hilft. Du lernst einfache Prüfregeln für verschiedene Einsatzfälle. Du bekommst Hinweise für schwierige Oberflächen und für kleine Bauteile. Am Ende weißt du, welche Einstellung die Messqualität verbessert und wie du typische Fehler vermeidest.
Einstellungen verstehen und gezielt einstellen
Bevor du Messungen anpasst, ist es wichtig zu wissen, was die einzelnen Optionen bewirken. Manche Einstellungen verändern nur die Anzeige. Andere beeinflussen direkt die Messgenauigkeit. Ich erkläre die wichtigsten Parameter. Danach siehst du konkrete Situationen, in denen eine Anpassung sinnvoll ist.
Die folgende Tabelle fasst die Optionen kurz und praxisnah zusammen. Sie enthält Hinweise, wann du ändern solltest. Und konkrete Empfehlungen oder Beispiele für typische Einsätze wie Heimwerken, KFZ oder Heizungsanlagen.
| Einstellung | Was es ist | Wann anpassen | Konkrete Empfehlung / Beispiel |
|---|---|---|---|
| Emissionsgrad | Einstellbarer Faktor, der angibt, wie gut eine Oberfläche Infrarot-Strahlung abgibt. | Bei verschiedenen Materialien oder glänzenden Oberflächen. Wenn Messwerte unerwartet niedrig sind. | Matt lackierte Fläche: 0,95. Poliertes Metall: 0,1–0,3. Haut: 0,98. Bei Unsicherheit 0,95 verwenden. |
| Abstand-zu-Punkt-Verhältnis (D:S) | Angabe, wie groß das Messfeld in Bezug auf die Distanz ist. | Wenn das Ziel kleiner ist als das Messfeld oder du von weit entfernst misst. | Gerät mit 12:1 D:S misst bei 120 cm ein 10 cm Feld. Bei kleinen Bauteilen näher herangehen. Für sehr kleine Teile Kontaktthermometer oder IR-Kamera nutzen. |
| Messmodus / Anzeige | Unterschiedliche Anzeigen wie Punkt, Bereich, Min/Max, Differenz. | Wenn du Temperaturschwankungen sehen willst oder mehrere Werte vergleichen musst. | Heizung prüfen: Min/Max nutzen, um heiße und kalte Stellen zu finden. Bei Motorbauteilen Differenzmodus benutzen. |
| Mittelungsmodus (Averaging) | Das Gerät bildet einen Durchschnitt aus mehreren Messungen. | Bei stark schwankenden Werten durch Luftzug oder unruhige Oberfläche. | Kleine Averaging-Zahl wählen, z. B. 3–5 Messungen. So eliminierst du Ausreißer ohne zu spät zu reagieren. |
| Alarm / Schwellen | Akustische oder visuelle Meldung bei Überschreiten definierter Werte. | Bei Prozessüberwachung oder wenn schnelle Reaktion nötig ist. | Setze obere und untere Grenzwerte. Beispiel: Motor 90 °C überschreitet Alarm bei 95 °C. |
| Einheiten | Anzeige in Grad Celsius oder Fahrenheit. | Wenn du mit bestimmten Normen oder Dokumentationen arbeitest. | Für Europa in °C belassen. Für internationale Dokumente auf °F umstellen. |
Hinweis zu Produktmerkmalen: Manche Modelle bieten Dual-Laser zur besseren Zielmarkierung. Geräte wie die FLIR TG165 kombinieren eine Wärmebildansicht mit Punktmessung. Andere Thermometer haben Bluetooth für die Datenerfassung. Achte beim Kauf auf einstellbare Emissionswerte und ein günstiges D:S-Verhältnis für deine Anwendungen.
Kurz zusammengefasst: Passe Emissivität und D:S zuerst an. Nutze Mittelung bei schwankenden Messungen. Setze Alarme bei wiederkehrenden Prüfungen. So verbesserst du die Zuverlässigkeit der Messwerte.
Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung: Infrarot-Thermometer anpassen
- Schritt 1: Definiere das Messziel und die Situation.
- Schritt 2: Prüfe das Abstand-zu-Punkt-Verhältnis (D:S) deines Geräts.
- Schritt 3: Passe den Emissionsgrad an.
- Schritt 4: Reduziere Reflexionseinflüsse.
- Schritt 5: Justiere Abstand und Ausrichtung.
- Schritt 6: Wähle den passenden Messmodus und die Mittelung.
- Schritt 7: Führe eine einfache Kalibrierprüfung durch.
- Schritt 8: Verwende Grenzwerte oder Alarme, wenn nötig.
- Schritt 9: Dokumentiere und wiederhole die Messung.
Schau dir die Oberfläche an. Ist sie glänzend, metallisch oder sehr klein? Miss du durch eine Scheibe oder auf freier Fläche. Notiere ungefähre Entfernung zum Ziel. Das hilft bei den folgenden Einstellungen.
Sieh in die Bedienungsanleitung nach dem D:S-Wert. Rechne aus, wie groß das Messfeld in deiner Distanz ist. Wenn das Ziel kleiner ist, geh näher heran. Ist es zu klein für das Messfeld, benutze ein anderes Werkzeug oder eine Thermoelement-Sonde.
Wähle den Emissionswert für das Material. Matte Oberflächen nehmen meist 0,95. Polierte Metalle können 0,1 bis 0,3 haben. Wenn du unsicher bist, klebe schwarzes Isolierband oder Temperaturlack auf die Stelle und messe dieses als Referenz. Stelle den Emissionsgrad im Gerät auf den Wert für das Band oder auf 0,95, wenn du das Band nutzt.
Bei glänzenden Oberflächen spiegeln sich Umgebung und dein Körper. Decke die Messstelle mit mattem, schwarzem Band oder hitzebeständiger Farbe ab. Warte kurz, bis das Band oder die Farbe die Temperatur der Oberfläche angenommen hat. Miss dann genau auf diesem Bereich.
Richte das Thermometer orthogonal zur Oberfläche. Vermeide schräge Winkel. Halte das Gerät so nah wie nötig, damit das Ziel das Messfeld füllt. Nutze bei Geräten mit Laser die Markierung, um die Zielgröße zu kontrollieren.
Stelle Min/Max oder Differenz ein, wenn du mehrere Punkte vergleichen willst. Aktiviere eine kurze Mittelung von 3 bis 5 Messungen bei stark schwankenden Werten. So eliminierst du Ausreißer ohne zu viel Verzögerung.
Für eine praktische Kontrolle nutze schwarzes Isolierband. Klebe ein kleines Stück auf die Messstelle. Miss die Temperatur des Bandes mit dem IR-Thermometer. Vergleiche den Wert mit einem Kontaktthermometer auf derselben Stelle. Abweichungen bis ein paar Grad sind normal. Größere Differenzen deuten auf falsche Emissivität oder ein defektes Gerät hin.
Wenn du wiederholte Prüfungen durchführst, setze Alarmgrenzen. So erkennst du sofort kritische Werte. Das ist praktisch bei Maschinenüberwachung oder beim Backofencheck.
Notiere Distanz, Emissionsgrad, Messmodus und Ergebnisse. Wiederhole die Messung aus leicht veränderter Position. So erkennst du Störeinflüsse durch Reflexion oder falsche Zielgröße.
Wichtige Hinweise: Misst du durch Glas, werden die Werte falsch. Glas blockiert oder reflektiert Wärmestrahlung. Vermeide Messungen durch Fenster. Bei sehr kleinen oder sehr heißen Teilen ist ein Kontaktthermometer oder eine Wärmebildkamera oft die bessere Wahl. Achte auf sichere Abstände bei heißen Oberflächen.
Zusammenfassung: Starte mit Zielanalyse, passe D:S und Emissionsgrad an, reduziere Reflexionen, und prüfe die Kalibrierung mit schwarzem Band plus Kontaktthermometer. Dokumentiere deine Einstellungen. Dann sind die Messwerte deutlich zuverlässiger.
Häufige Fragen zu Einstellungen am Infrarot-Thermometer
Wie stelle ich den Emissionsgrad richtig ein?
Der Emissionsgrad gibt an, wie stark eine Oberfläche Infrarotstrahlung abgibt. Nutze für matte organische Oberflächen etwa 0,95 und für Haut 0,98. Bei poliertem Metall ist der Wert deutlich niedriger. Wenn du unsicher bist, klebe schwarzes Isolierband auf die Stelle und messe dieses als Referenz.
Was bedeutet das Abstand-zu-Punkt-Verhältnis (D:S)
D:S beschreibt, wie groß das Messfeld in Relation zur Entfernung ist. Ein 12:1-Gerät misst aus 120 cm ein Feld von 10 cm. Ist dein Ziel kleiner als das Feld, geh näher heran oder wähle ein Gerät mit höherem D:S. Sonst misst du Mischwerte der Umgebung statt der Zieloberfläche.
Wie messe ich richtig auf glänzenden oder reflektierenden Oberflächen?
Glänzende Flächen spiegeln Umgebungstemperaturen und liefern falsche Werte. Decke die Stelle mit mattem, schwarzem Band oder hitzebeständiger Farbe ab und warte kurz, bis sich die Oberfläche angeglichen hat. Alternativ nutze ein Kontaktthermometer. Vermeide Messungen durch Glas, das verfälscht Ergebnisse stark.
Warum weichen Messwerte durch Umgebungseinflüsse ab und was hilft?
Luftzug, direkte Sonneneinstrahlung oder nahe Wärmequellen erzeugen Schwankungen. Warte nach dem Platzieren des Bandes oder des Sensors kurz, bis sich die Temperatur stabilisiert hat. Nutze eine kurze Mittelung, um Ausreißer zu glätten. Wiederhole die Messung aus leicht veränderter Position, um Störeinflüsse zu erkennen.
Soll ich die Einheit ändern und wie nutze ich die Hold-Funktion?
Wähle °C oder °F je nach Dokumentationsbedarf oder Gewohnheit. Die Hold-Funktion friert den aktuellen Wert ein. Das ist praktisch, wenn du an schwer zugänglichen Stellen misst oder den Wert notieren willst. Manche Geräte bieten zusätzlich Min/Max-Funktionen für Vergleichsmessungen.
Fehler finden und schnell beheben
Wenn Messwerte nicht stimmen, musst du nicht gleich an defekter Elektronik denken. Oft sind einfache Ursachen wie falsche Emissivität, falscher Abstand oder Reflexionen verantwortlich. Die folgende Tabelle hilft dir, typische Probleme zu erkennen und schnell zu handeln.
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Schnelle Lösung / Präventivmaßnahme |
|---|---|---|
| Messwerte zu niedrig | Emissionsgrad zu niedrig eingestellt oder glänzende Oberfläche reflektiert Umgebungstemperatur. | Erhöhe den Emissionsgrad. Klebe schwarzes Isolierband auf die Stelle und messe dieses als Referenz. Bei Metall zuerst mattieren oder Band verwenden. |
| Messwerte zu hoch | Reflexion von heißer Umgebung oder direkte Sonneneinstrahlung. Gerät zeigt die reflektierte Quelle statt das Ziel. | Schatten schaffen oder Messwinkel ändern. Entferne direkte Wärmequellen aus dem Sichtfeld. Nutze matte Abdeckung als Ziel. |
| Stark schwankende Werte | Luftzug, instabile Oberfläche oder zu kurze Abtastzeit. | Aktiviere eine kurze Mittelung von 3–5 Messwerten. Schütze die Messstelle vor Luftzug. Warte kurz bis die Temperatur stabil ist. |
| Messfleck deutlich größer als Ziel | Du misst zu weit weg. D:S-Verhältnis des Geräts reicht nicht aus. | Näher herangehen oder Gerät mit höherem D:S wählen. Bei sehr kleinen Teilen ein Kontaktthermometer nutzen. |
| Falsche Messung durch Glas oder Fenster | Glas blockiert oder reflektiert Infrarotstrahlung. Thermometer misst die Oberflächentemperatur des Glases oder die Reflexion. | Messe nicht durch Glas. Öffne die Abdeckung oder miss direkt auf der zu prüfenden Oberfläche. |
Kurz zusammengefasst: Prüfe zuerst Emissivität und Abstand. Reduziere Reflexionen. Nutze Mittelung bei unruhigen Messungen. So löst du die meisten Probleme ohne aufwendige Reparatur.
Pflege und Wartung für zuverlässige Messungen
Linse und Optik reinigen
Reinige die Optik regelmäßig mit einem weichen, fusselfreien Tuch. Verwende bei hartnäckigem Schmutz ein mildes Reinigungsmittel und etwas Wasser. Trockne die Linse vorsichtig, damit keine Kratzer entstehen und die Messgenauigkeit erhalten bleibt.
Batteriewechsel und Lagerung
Wechsle die Batterien, bevor die Anzeige schwach wird, um Fehlmessungen zu vermeiden. Entferne Akkus bei längerer Nichtbenutzung und lagere das Gerät an einem trockenen, kühlen Ort. Beschrifte das Lagerdatum, damit du den Zustand im Blick behältst.
Regelmäßige Funktionsprüfungen
Führe einfache Prüfungen mit schwarzem Isolierband und einem Kontaktthermometer durch. Vergleiche die Werte, um Abweichungen zu erkennen. Notiere Ergebnisse und überprüfe das Gerät vor wichtigen Messreihen.
Schutz vor Stoß und Feuchtigkeit
Schütze das Thermometer vor Stürzen und Schlägen, besonders die Optik und die Elektronik. Vermeide Messungen bei direkter Feuchteeinwirkung und verwende bei Bedarf eine Schutzhülle. Feuchtigkeit kann die Elektronik dauerhaft schädigen.
Lagerbedingungen und Prüfintervalle
Lagere das Gerät frostfrei und bei moderater Luftfeuchte. Plane eine Funktionsprüfung alle 6 bis 12 Monate, je nach Nutzungshäufigkeit. Bei professioneller Nutzung oder sichtbaren Abweichungen solltest du kürzere Intervalle wählen.
Wichtige Warnhinweise und Sicherheit
Laser und Augen
Warnung: Viele Infrarot-Thermometer haben einen Laser zur Zielmarkierung. Leuchte niemals in die Augen von Menschen oder Tieren. Vermeide Reflexionen vom Laser auf glänzenden Flächen. Halte das Gerät so, dass niemand direkt in den Strahl blickt.
Messungen an Personen
IR-Thermometer messen die Oberflächentemperatur der Haut. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose. Für Fiebermessungen benutze nur Geräte, die dafür vorgesehen und gegebenenfalls zugelassen sind. Achte auf Abstand, aufgeräumte Stirnpartie und dokumentiere Messbedingungen.
Explosionsgefährdete Bereiche
Warnung: Verwende das Thermometer nicht in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre, sofern es nicht dafür zertifiziert ist. Suche nach ATEX- oder IECEx-Kennzeichnungen bei professionellen Geräten. Eine unzulässige Nutzung kann Funkenbildung oder andere Gefahren verursachen.
Reinigung und Pflege
Verwende nur die vom Hersteller empfohlenen Reinigungsmittel. Starke Lösungsmittel können Linsenbeschichtungen und Gehäuse beschädigen. Tauche das Gerät nicht in Flüssigkeiten. Entferne Batterien bei längerer Lagerung und bei Anzeichen von Korrosion sofort.
Allgemeine Sicherheitsregeln
Setze das Gerät nicht ungeschützt extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aus. Messe nicht durch Glas oder transparente Materialien. Überprüfe regelmäßig die Funktion mit einer einfachen Referenzmessung. Bei ungewöhnlichen Abweichungen oder Beschädigung das Gerät nicht weiterverwenden und vom Hersteller prüfen lassen.
Entscheidungshilfe: Welche Einstellung soll ich ändern?
Wenn Messwerte unklar sind, helfen gezielte Fragen. Beantworte sie kurz. Dann weißt du, welche Einstellung den größten Einfluss hat.
Messe ich eine glänzende oder reflektierende Oberfläche?
Ja: Passe zuerst den Emissionsgrad an oder decke die Stelle mit mattem schwarzem Band ab. Alternativ nutze ein Kontaktthermometer. Nein: Emissionsgrad auf einen Standardwert wie 0,95 belassen.
Ist das Ziel kleiner als der Messfleck?
Ja: Reduziere die Distanz oder verwende ein Thermometer mit höherem D:S-Verhältnis. Noch kleineres Ziel? Nutze eine Kontaktsonde oder Wärmebildkamera. Nein: Abstand beibehalten, D:S ist ausreichend.
Brauchst du eine genaue Oberflächentemperatur oder reicht eine Tendenz?
Genaue Temperatur: Stelle Emissivität korrekt ein und führe eine Kalibrierprüfung mit schwarzem Isolierband plus Kontaktthermometer durch. Nutze eine kurze Mittelung zur Stabilisierung. Tendenz: Min/Max oder Differenzmodus reicht oft.
Praktisches Fazit
Passe Emissionsgrad und Abstand zuerst an. Nutze Mittelung bei schwankenden Messungen. Dokumentiere Distanz, Emissivität und Messmodus bei jeder Messung.
Wenn du unsicher bist, arbeite nach einem kurzen Testprotokoll: Ziel analysieren, Band aufkleben, IR- und Kontaktmessung vergleichen, Einstellungen anpassen und Ergebnisse notieren. Bei wiederkehrenden Unsicherheiten kontaktiere den Hersteller oder einen Fachbetrieb. So vermeidest du Fehlmessungen und findest schnell die passende Einstellung.
