Kann ein Infrarot Thermometer auch zur Überprüfung von Wärmelecks in meinem Haus verwendet werden?

Du willst wissen, wo in deiner Wohnung oder deinem Haus Wärme entweicht. Vielleicht frierst du an Fenstern oder spürst einen Zug an der Tür. Oder du willst prüfen, ob eine gedämmte Außenwand tatsächlich wärmer bleibt. Solche Situationen sind typisch. Häufige Schwachstellen sind Fenster, Türen, Rollladenkästen, Außenwände und Dachanschlüsse. Auch Türschwellen und schlecht isolierte Rohrdurchführungen gehören dazu.

Ein Infrarot-Thermometer kann dir schnelle Hinweise liefern. Es misst die Oberflächentemperatur punktuell. Du siehst, ob eine Stelle kälter ist als die Umgebung. Das hilft bei einer ersten Einschätzung vor einer umfassenden Diagnostik. Typische Anwendungsfälle sind schnelle Spotchecks, Kontrolle vor und nach Isolierarbeiten, sowie die Suche nach Zugluftstellen.

Dieser Artikel zeigt dir, wann ein Infrarot-Thermometer wirklich nützlich ist. Du erfährst, welche Fragen es beantworten kann und welche nicht. Außerdem erkläre ich, unter welchen Bedingungen die Messungen zuverlässig sind und welche Fehlerquellen es gibt. Am Ende weißt du, wie du mit einfachen Messungen Schwachstellen erkennst und ob du für eine genauere Untersuchung Fachleute brauchst.

Nutzung eines Infrarot‑Thermometers zur Suche nach Wärmelecks

Kurzüberblick

Ein Infrarot‑Thermometer liefert punktuelle Oberflächentemperaturen. Es zeigt dir schnell, ob eine Fläche kälter oder wärmer ist als die Umgebung. Das macht es hilfreich für erste Kontrollen. Du findest damit Stellen mit hohem Wärmeverlust. Achte auf Messbedingungen. Idealerweise misst du an ruhigen, windstillen Tagen. Große Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen machen Schwachstellen deutlicher. Bedenke die Grenzen des Geräts. Es ersetzt keine Wärmebildkamera. Reflexionen und falsche Emissionswerte können die Messung verfälschen.

Problem/Ort Was das Thermometer zeigt Tipps zur Messung Weiteres Vorgehen
Fensterdichtungen und Rahmen Kältere Temperaturen an Rahmen oder Dichtung im Vergleich zur Glasfläche Messung entlang Rahmen und Dichtung. Abstand konstant halten. Mehrere Messpunkte setzen. Dichtungen prüfen und bei Bedarf austauschen. Bei größerem Befund Fachbetrieb prüfen lassen.
Türen und Türschwellen Kälteres Band an der Schwelle oder an Türrahmen Bei geschlossenem Fenster messen. Messabstand und Winkel konstant halten. Auf Zugluft prüfen. Wetterdichtung oder Türbodenprofil installieren.
Rollladenkästen Deutlich kältere Flächen an der Innenseite des Kastens Innenseite und Kanten messen. Bei stark reflektierenden Flächen Emissionsfaktor anpassen. Dämmung im Kasten prüfen und ergänzen.
Außenwände und Anschlussfugen Lokal kältere Streifen deuten auf schlechte Dämmung oder Wärmebrücken Mehrere Messreihen über die Fläche. Unterschiede zur umgebenden Wand beachten. Bei auffälligen Stellen thermografische Untersuchung oder Energieberater einbeziehen.
Dachanschlüsse und Gauben Kalte Linien an Anschlüssen zeigen Luft- oder Wärmeverluste Von innen messen. Auf Tageszeit achten. Nachtmessungen können besser sein. Dachanschlüsse von innen prüfen. Bei Unsicherheit Dachdecker oder Energieberater hinzuziehen.
Rohrdurchführungen und Installationsöffnungen Temperaturabfall rund um Durchführungen oder sichtbare Kältezonen Kreisförmig um die Durchführung messen. Kleine Abstände verwenden. Dämmung ergänzen und Fugen luftdicht verschließen.

Praktische Hinweise zur Gerätauswahl. Einfache Infrarot‑Thermometer reichen für Spotchecks. Beispiele sind Fluke 62 MAX oder ausgewählte Testo Modelle wie das Testo 835 T1. Diese Geräte geben schnelle Zahlenwerte. Für genauere Analysen ist eine Wärmebildkamera besser geeignet.

Ein Infrarot‑Thermometer ist ein nützliches Werkzeug für erste Checks. Es hilft, auffällige Wärmelecks zu finden und Prioritäten für weitere Maßnahmen zu setzen.

Schritt-für-Schritt: Infrarot‑Thermometer gezielt zur Suche nach Wärmelecks einsetzen

  1. Vorbereitung: Raum- und Außenbedingungen prüfen

Miss am besten bei deutlichem Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Wintertage mit ruhigem Wind sind ideal. Schalte Heizgeräte so ein, wie sie normalerweise laufen. Schließe Vorhänge und Rollläden nicht, wenn du deren Anschlüsse kontrollieren willst. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung auf die Messflächen.

  • Vorbereitung: Emissionsgrad und Kalibrierung einstellen
  • Stelle im Gerät den passenden Emissionsgrad ein. Für gestrichene Wände und Holz sind ca. 0,95 üblich. Metallische oder stark reflektierende Flächen brauchen einen niedrigen Wert. Wenn du unsicher bist, klebe ein Stück matte Klebestreifen auf die Fläche und messe dort. Viele Handgeräte lassen sich nicht vom Nutzer kalibrieren. Vergleiche die Werte mit einem Raumthermometer für Plausibilität.

  • Messtechnik: Abstand und Spotgröße beachten